Von Widerständen. . . . und Spannungen
In meinem Erstberuf als Radio- und Fernsehelektriker machte ich vor über 30 Jahren zum ersten Mal professionelle Bekanntschaft mit Widerständen und Spannungen. Der kluge Umgang mit Widerstand und Spannung ist auch in Organisationen erfolgsentscheidend. Diese lange Erfahrung veranlasst mich, die Phänomene Spannung und Widerstand in Organisationen in dieser Post aus der Beratungswerkstatt in den Mittelpunkt zu stellen.
Zur Technik
Wo Potentialunterschiede vorhanden sind können Spannungen gemessen werden. Wird zwischen Potentialunterschiede ein Widerstand
geschaltet, so fällt die Spannung über diesem an. Je nach dem wie gross der Widerstand ist, geht mehr oder weniger Energie verloren. In der Technik ist Spannung immer mit Energie verbunden. Mit Energie kann „etwas bewegt“ werden. vgl. mehr technische Details
Zur Organisationsentwicklung
Wo Spannungen auftreten sind Widerstände nicht weit entfernt. In den meisten Fällen wird beides als unangenehm und störend wahrgenommen.
Ein Paradoxum? Die unangenehm wahrgenommenen Spannungen und Widerstände sind Hinweise auf Energie, welche vorhanden ist. Gelingt es, diese zu lokalisieren, können sie nutzbar gemacht werden. In der Technik lässt sich der Wert einfach mit der entsprechenden Farbtabelle ablesen (Farbringe am Widerstand), in Organisationen gestaltet sich die Suche nach den vorhandenen Widerständen komplexer. Hier machen „Donnergrollen und Blitze“ diese manchmal sicht- und hörbar.
Daher gilt es, die Anzeichen von Spannungen und Widerständen und die damit verbundene Energie möglichst früh zu lokalisieren. Damit kann Hochspannung vermieden werden.
Knistert es dann trotzdem, so kann eine geplante Entladung notwendig
werden.
Als Supervisor bin ich Fachmann sowohl für die Interpretation von „Spannungs-Messresultaten“ wie auch für deren kontrollierte Entladung.
Hinweise für Widerstände in Organisationen
- Themen werden in der Garderobe anstatt in der Teambesprechung
behandelt. - Gewisse Themen werden nicht mehr angesprochen.
- Erhöhte Unruhe und innere Spannung vor Sitzungen.
- Vermeintlich irritierende Antworten auf Fragen zu erhalten.
- Viel Zeit wird für Detailfragen verwenden (Kleinkrämereien).
- In Sitzungen besteht die Antwort auf Fragen mehrheitlich aus Schweigen.
- Eigene Unzufriedenheit mit den Resultaten einer Sitzung.
- Verlagerung von Diskussionspunkten vom Sitzungstisch hin zum internen Mailverkehr.
- Jede(r) verzieht sich in der Pause hinter die Zeitungsseiten.
- Der Ersatz der Kaffeemaschine im Pausenraum führt zu Streit.
- Der Umgangston wird gehässig oder überaus freundlich.